Leben auf Pump: Kredite stark gefragt in allen Bereichen

Das Kreditgeschäft ist beinahe so alt wie das Geld selbst. Doch in der heutigen Zeit zeigt die Branche, dass sie in der Lage ist, sich neu zu erfinden. Und das hat Konsequenzen für Verbraucher. Kredite waren erst kürzlich wieder ein größeres Thema in den Nachrichten, als die Bundesagentur für Arbeit bekanntgab, monatlich über 15.000 Kredite an Arbeitslose zu vergeben. Die durchschnittliche Höhe der Kredite lag bei 434 Euro – ein verhältnismäßig geringer Betrag, wenn man bedenkt, wie günstig Darlehen aktuell sind und wie gerne der niedrige Zins genutzt wird, um größere Summen aufzunehmen. Verglichen mit früher handelt es sich jedoch um eine deutliche Steigerung. Noch 2007 lag der Durchschnittswert nämlich bei 233 Euro.

Doch auch die arbeitende Bevölkerung greift derzeit gerne zu. Das liegt einerseits an den Preisen: Mit Zinsen von 1 bis 2 Prozent sind Kredite zu echten Schnäppchen geworden, bei denen die Leihgebühr kaum noch ins Gewicht fällt. Dazu kommt der Komfort bei der Abwicklung: So können Interessenten einfach online einen Kredit bei smava.de beantragen und kurze Zeit später das Geld erhalten. Kredite sind somit nicht nur billiger als früher, sondern auch wesentlich schneller. Das ist sehr praktisch und für sämtliche Verwendungszwecke eine große Hilfe; angefangen beim Autokredit bis hin zur Immobilienfinanzierung.

Die Lage in Deutschland: weniger Banken und Filialen, mehr Kredite

Als Konsequenz dieser Bedingungen sind die Kredite in Deutschland in der Summe gestiegen. Die offizielle Statistik verrät eine klare Tendenz. Im Gegenzug ist die Zahl der Kreditgeber jedoch stark gesunken. Gab es 2004 noch rund 2.400 Kreditinstitute in Deutschland, sank der Wert über die Jahre kontinuierlich auf knapp 2.000. Weniger Teilnehmer vergeben also umso mehr Geld. Und dieses stammt logischerweise aus deutlich weniger Filialen als früher. Dafür sind in erster Linie die Direktbanken verantwortlich, die komplett auf eigene Filialen verzichten und die Filialbanken damit zu großen Einsparungen zwischen. Die Zahl der Bankfilialen in Deutschland sank alleine von 2004 bis 2013 von über 47.000 auf rund 38.000. Dies entspricht einem Rückgang von ungefähr 20 Prozent und das ist genug, um eine grundlegende Veränderung anzudeuten.

So wandelt sich die Bankenlandschaft

Und das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Da Online-Kredithäuser ohne Filialen arbeiten und viele Aufgaben vollständig von Software übernommen werden, fand in den letzten Jahren ein starker Job-Rückgang im Kreditgewerbe statt. Innerhalb von zehn Jahren sank die Beschäftigtenzahl von 702.000 auf 645.000, also um über 8 Prozent und auch das ist ein eindeutiges Signal. Denn abgeschlossen ist diese Entwicklung noch lange nicht – die computergestützte Arbeitskraft wird künftig noch weiter zunehmen.

In diesem Zusammenhang ist auch der Blick auf die Online-Angebote interessant:

  • Die Zahl der Online-Girokonten wuchs von 33 auf 54 Millionen an; bei den klassischen Girokonten war das Wachstum bedeutend geringer.
  • Ganze 55 Prozent der Deutschen nutzten 2014 Online-Banking, während es 2010 nur 35 Prozent waren.
  • Die wichtigste Nutzergruppe im Online-Banking sind 18 bis 29-Jährige und 30 bis 39-Jährige, da sie die Generation sind, die mit dem Online-Management ihrer Finanzen aufgewachsen sind. Ältere Generationen bevorzugen dagegen eher den traditionellen Weg: So nutzen nur 33 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahren die Möglichkeit zum Online-Banking.

Die Effekte der fortschreitenden Technologie betreffen also auch die Finanzwelt in einem hohen Maß. Betrachtet man nur den Stellenmarkt, sind die Folgen nicht nur positiv; dem gegenüber steht allerdings, dass die Produkte an sich dem Verbraucher stark entgegenkommen. Da gleichzeitig die Zahl der Geldautomaten um beinahe 10 Prozent gestiegen ist, haben Kunden einen noch besseren Zugang zum Bargeld, auch wenn dieses in der Zukunft womöglich keine große Rolle mehr spielen wird – obwohl sogar die Nachfrage nach Bargeld gestiegen ist.